


Vom 19. - 26. März 2010 findet die 7. Antirassistische Aktionswoche “weitweg” in Rostock im Rahmen des “Internationalen Tages zur Überwindung von Rassismus am 21. März" statt.
In der Aktionswoche wird in Rostock kritisch, öffentlich und aus verschiedenen Perspektiven über Rassismus debattiert: AktivistInnen, WissenschaftlerInnen und engagierte Jugendliche werden u.a. mit spannenden Themen und provokanten Debatten zum Nachdenken und Handeln anregen.
Ihr seid herzlich eingeladen!
Die Woche wird jedes Jahr von der Antirassistschen Initiative Rostock (AIR) mit Unterstützung zahlreicher Vereine und Initiativen veranstaltet.
Zum Hintergrund der Aktionswoche
21. März 1960 – Sharpeville/Südafrika: 30.000 schwarze Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer demonstrieren friedlich gegen die diskriminierende Gesetzgebung des damaligen Apartheid-Regimes. Schusssalven aus Maschinenpistolen empfangen die für ihre Rechte eintretenden Menschen. Die Bilanz des Tages: 69 Tote, 180 Verletzte. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte im Oktober 1966 den 21. März zum “Internationalen Tag zur Überwindung von Rassismus”.
Um diesen Tag herum finden europaweit Aktionen und Veranstaltungen gegen Rassismus statt. Informationen hierzu sind beim Portal United Against Racism einzusehen.
Freitag, 19.03.2010, 20:00 Uhr, Mauclub Rostock
Solifestival LOVE MUSIC - HATE RACISM
* Live in concert: Sexto Sol, Noieseaux, Nyanbinghia, Gadje
* Aftershowparty mit DJ Romavilo & Mestizo Sound ::: HH/Kiel und Lohro Weltempfänger ::: HRO (Latin/Ska/Reggae/Balkan & Worldbeats)
* mit Unterstützung der Dröönland Production UG, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, von Kultkurkosmos Müritzsee e.V. und Mauclub Rostock
* mehr Infos unter www.myspace.de/antira_rostock
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Sonnabend, 20.03.2010, 20:00 Uhr, Asylheim Satower Straße
Filmabend: „Die Band von nebenan“
in Zusammenarbeit mit Ökohaus e.V.
Diesen Abend wollen wir in entspannter Atmosphäre gemeinsam mit den BewohnerInnen des Asylheims gestalten, zu dem wir alle Interessierten einladen.
Die israelische Dramödie aus dem Jahr 2007 über die kleinen Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Menschen aus zwei Ländern, die seit langer Zeit eine Nachbarschaft des ‚kalten Friedens’ miteinander pflegen: Eine ägyptische Polizeikapelle landet in Israel. Sie wollen bei der Eröffnung eines arabischen Kulturzentrums aufspielen. Doch Bürokratie, Pech oder einfach nur dumme Zufälle lassen sie bereits am Flughafen stranden.
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Sonntag, 21.03.2010, 20:00 Uhr Haus Böll, Mühlenstrasse 9
„Eugenik oder Reproduktionsfreiheit“
Diskussion mit Film „Gefrorene Engel“ (OmU)
mit Falk Schlegel, Sozialwissenschaftler an der Uni Rostock
Bio- und Gentechnologien, Genmanipulation und Selektion bei künstlicher Kindererzeugung, Fortpflanzungs-Tourismus, Ei- oder Samenspende, Leihmutterschaft – Zukunftshoffnung für unfruchtbare Paare oder Albtraum der menschlichen Entwicklung. Science Fiction aus der Gegenwart – ein Einblick in eine Zukunft, die längst begonnen hat.
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Montag, 22.03.2010 20:00 Uhr Cafe Median, Niklotstrasse 5/6
Die aktuelle Situation der Kosovo-Roma in der BRD
Derzeit müssen sich in Deutschland Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo besonders von der Abschiebung bedroht sehen.
Die Veranstaltung geht zunächst auf die neuere Geschichte des Kosovo seit 1989 ein und versucht herauszustellen, welchen Einfluss das von Nationalismus geprägte Klima des Balkans auf die Situation der Roma hat und in welcher Form sich der Antiziganismus äußert, der dazu führte, dass mit dem Einmarsch der NATO-Truppen 1999 die Roma aus dem Kosovo vertrieben wurden.
Der zweite Teil der Veranstaltung thematisiert die Situation dieser Menschen als Flüchtlinge in der BRD und gibt einen Überblick darüber, wie sie hier aufgenommen werden, welchen Problemen, besonders staatlicherseits, sie ausgesetzt sind und wie der Abschiebeprozess derzeit läuft.
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Dienstag, 23.03.2010, 19:00 Uhr, Universität Rostock, WISO-Fak., Ulmenstr. 69, SR 021
Zur Gegenwart kolonialer Vergangenheit in Deutschland - 125 Jahre Berliner Afrikakonferenz
mit Katharina Oguntoye, Historikerin aus Berlin
in Kooperation mit dem Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V
Die schwarze deutsche Historikerin Katharina Oguntoye (Berlin) wird einen Einblick in die deutsche Kolonialvergangenheit und ihre Folgen für die heutige Gesellschaft geben. Was wissen wir über die deutsche Kolonialvergangenheit? Was hat Kolonialismus mit deutscher Geschichte im Allgemeinen zu tun? Welche Auswirkungen hatte und hat er noch heute auf die deutsche Gesellschaft? Das Jahr 2010 markiert für Afrika eine besondere Zäsur: Vor 125 Jahren endete die Berliner Afrikakonferenz mit der Aufteilung und Ausbeutung des afrikanischen Kontinents zwischen den europäischen Staaten und damit der Festigung des Kolonialismus und vor 50 Jahren feierten 17 Kolonien ihre Unabhängigkeit.
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Mittwoch, 24.03.2010, 20:00 Uhr, JAZ, Lindenstrasse 3b
Szenische Lesung „Illegal - Wir sind viele. Wir sind da.“
mit “Jugendliche ohne Grenzen” (JoG) aus Greifswald
unterstützt von JAZ e.V.
Dass sie da sind, wissen wir: Menschen ohne Papiere, Illegalisierte. Doch in der Öffentlichkeit finden sie kaum Erwähnung.
Björn Bicker, Dramaturg an den Münchner Kammerspielen, hat diesen Menschen in seinem Buch „Illegal“ eine Stimme gegeben. Und diese Stimmen erschüttern. Beispielhaft hat Bicker drei Migranten ausgewählt, die abwechselnd zu Wort kommen, jeder mit seiner eigenen Sprache. Die Sprache der Drei ist kunstvoll verfremdet. Die einzelnen Texte verbindet der Theaterautor Bicker mit einer an Sprechgesänge erinnernden Satzmontage: neue menschen / wir arbeiten. / wir sind ordentlich. / wir sind fleißig. / wir haben einen traum. / wir sind krank. / wir sind gesund. / wir sind müde. / wir schwitzen. / wir sind ruhig. / wir sind wach. / wir sind nervös. / wir wohnen. / wir wohnen in zimmern.
„Illegal“, Bickers erstes Buch, beweist: Politisch engagierte Literatur muss nicht nerven, im besten Fall rüttelt sie auf und öffnet Augen.
Die JoG-Gruppe aus Greifswald (Jugendliche ohne Grenzen, selbst als Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern nach Deutschland gekommen) hat sich mit dem Thema beschäftigt und präsentiert eine szenische Lesung des Buches „Illegal - Wir sind viele. Wir sind da.“
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Donnerstag, 25.03.2010, 20:00 Uhr, Peter-Weiss-Haus, Doberaner Strasse 21
Bordermonitoring an der EU-Ostgrenze
mit Hagen Kopp von der Initiative „kein mensch ist illegal“ aus Hanau
Dass 2005 das Frontex-Headquarter in Warschau eröffnet wurde, kann durchaus als Wink mit dem Grenzzaunpfahl verstanden werden. Die „illegale Einwanderung“ aus und über den Osten wird in der EU als zentrale Herausforderung der Migrationskontrolle angesehen.
Transkarpatien in der Ukraine gilt als einer der Brennpunkte. Seit 2 Jahren recherchiert hier eine Bordermonitoring-Initiative über die (illegalen) Rückschiebungen aus Ungarn und der Slowakei sowie zur Situation in den dortigen Internierungslagern.
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Freitag, 26.03.2010, 19:30 Uhr, Peter-Weiss-Haus, Doberaner Strasse 21
Menschenrechte in Seenot
mit Elias Bierdel, ehem. Leiter des Hilfskomitees Cap Anamur und Mitbegründer von borderline-europe – Menschenrechte ohne Grenzen
in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern
Die Abschottungspolitik der Europäischen Union fordert Opfer unter Menschen aus zahlreichen Regionen der Welt, die vor politischer Unterdrückung, vor Krieg und Armut fliehen. Die italienische Regierung, die 2004 nichts mit den 37 Flüchtlingen der „Cap Anamur“ zu tun haben wollte, fährt nun folgende Strategie um Ankömmlinge aus Nordafrika wieder loszuwerden – sie werden noch auf hoher See nach Libyen abgeschoben. Die Verantwortung für diese unwürdige Praxis liegt allerdings nicht allein bei Italien; schließlich hat sich die gesamte EU – auch Deutschland – bis heute als unfähig erwiesen, bei der Aufnahme von Flüchtlingen mehr Solidarität zu zeigen.
Elias Bierdel rettete 2004 als Leiter des Hilfskomitees Cap Anamur im Mittelmeer 37 Flüchtlinge in Seenot. In Italien wurde er daraufhin der Schlepperei beschuldigt und in einem Aufsehen erregenden Prozess mit vier Jahren Haft sowie 400.000 Euro Geldstrafe bedroht. Im Oktober 2009 wurde Bierdel in erster Instanz freigesprochen. Derzeit ist offen, ob die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil beruft. Erst im April 2010 endet die Berufungsfrist.
Als Vorsitzender von Borderline Europe - Menschenrechte ohne Grenzen hat es sich Bierdel nun zur Aufgabe gemacht, die europäische Öffentlichkeit wachzurütteln und dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu setzen. Die Arbeit von Borderline Europe ist als Akt des zivilen Widerstands gegen die Abschottung der EU und ihre tödlichen Folgen gedacht.
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